Amano

Das Label aMano Fair Trade wurde 2008 von der Mexikanerin Giovanna Mantilla gegründet. Ein Jahr zuvor hatte sie während einer sechsmonatigen Reise durch Indien und Südostasien zahlreiche kleine Handwerksbetriebe entdeckt, die wunderschöne Accessoires von Hand herstellten. So entstand ihr Wunsch, diesen Menschen eine Möglichkeit zu verschaffen, ihre besonderen Produkte auch in den USA zu verkaufen. Giovanna, die bereits mit neun Jahren mit ihrer Familie nach Nord Virginia, USA gezogen war, bezahlte den Kunsthandwerker/innen faire Preise für die Accessoires und schickte erste Pakete damit nach Hause.

In den USA veranstaltete Giovanna zunächst private Hauspartys, auf denen sie die Accessoires aus Indien und Südostasien verkaufte und den Gedanken des fairen Handels weiter verbreitete. Die Resonanz in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis war so überwältigend, dass sie sich schließlich entschloss, ihren bisherigen Job in der Personalabteilung eines großen Unternehmens aufzugeben und eine eigene Firma für Fair Trade Accessoires mit Sitz in San Diego, Kalifornien, zu gründen.

Inzwischen arbeitet das Label aMano Fair Trade mit Kunsthandwerkerinnen aus Guatemala, Mexiko und Nordthailand zusammen. Dabei wird besonderer Wert auf die Erhaltung jahrhundertealter kultureller Bräuche und Traditionen gelegt. Diese werden mit einem von Giovanna in San Diego entworfenem modernen Design kombiniert, welches dem aktuellen Geschmack in der westlichen Welt entspricht. So erhalten die Kunsthandwerkerinnen und ihre Familien die Möglichkeit, ihre Lebensbedingungen dauerhaft zu verbessern.

Die bunten Täschchen und Schlüsselanhänger werden von Frauen des Bergvolks der Hmong in Nordthailand hergestellt. Ein Teil der Kunsthandwerkerinnen lebt in Dörfern in der Provinz Mae Hong Son, nahe der Grenze zu Myanmar. Die Frauen arbeiten von zuhause aus und können so ihre handwerkliche Arbeit mit der Hausarbeit und der Betreuung ihrer Kinder besser vereinbaren. Sie werden auf Stückbasis fair entlohnt und erhalten die Rohstoffe für die Accessoires von aMano Fair Trade.

Außerdem arbeitet das Label mit einer Frauenkooperative außerhalb der Provinzhauptstadt Chiang Mai zusammen. Dort können die Kunsthandwerkerinnen die Accessoires unter sicheren Arbeitsbedingungen in der Werkstatt der Kooperative herstellen.

Zur Situation der Menschen in Thailand

Im Königreich Thailand leben heute knapp 70 Millionen Menschen. Nur ein Fünftel der Bevölkerung wohnt in Städten, der Rest lebt auf dem Land. Allerdings ziehen Jahr für Jahr immer mehr Menschen aus den ländlichen Regionen in die Städte, in der Hoffnung, dort Arbeit zu finden. Die Zahl der Analphabeten ist mit rund 7 % vergleichsweise gering.

Die Bevölkerungsgruppe der Hmong ist heute weltweit zerstreut, da die Angehörigen während der Indochinakriege vielfach fliehen mussten. Die meisten Hmong, dessen Name nach eigenen Angaben „freie Menschen“ bedeutet, leben in China, Vietnam, Laos und Thailand. In der Kultur der Hmong spielen die Familie und das Familienleben die wichtigste Rolle im Leben.

Als Standorte für ihre Dörfer bevorzugen sie traditionell höhere Lagen von 1.000 bis 1.200 Meter, immer unterhalb der schützenden Gipfel der Berge. Die Hmong sind emsige Arbeiter und unabhängige Menschen. Sie üben eine strikte Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen.

Den eigenen Unterhalt bestreiten sie überwiegend durch den Anbau von Reis und Mais sowie das Züchten von Schweinen, Pferden und Geflügel. Mehr als andere Bergvölker sind sie in der Produktion von Opium engagiert, die jedoch mehr und mehr im Verborgenen stattfindet. Offiziell ist der Anbau von Opium in Thailand verboten.

Die Hmong-Frauen stellen zudem exquisite handgefertigte Waren wie Kleidung aus Baumwolle und Hanf her, die reichlich geschmückt mit Stickereien und Silberschmuck sind und in ganz Thailand immer mehr gefragt sind. Einige Familien sind dadurch wohlhabend geworden, aber die überwiegende Mehrheit der Hmong ist als arm zu bezeichnen.

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