• Schmuck und Löffel aus Aluminium aus eingeschmelzten Bomben
  • Schmuck aus Aluminium aus eingeschmelzten Bomben
  • Blindgänger vom Vietnamkrieg Laos
  • Aluminium Armreifen aus eingeschmelzen Bomben Laos
  • Blindgänger vom Vietnamkrieg Laos

Article 22

Das Label Article 22 wurde 2009 von der New Yorkerin Elisabeth Suda gegründet. Der Name bezieht sich auf Artikel 22 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, nach dem jedes Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit hat.

Als Elizabeth Suda 2009 das erste Mal nach Laos reiste, war sie von der Kreativität der Laoten fasziniert, Negatives in Positives umzuwandeln: Metall aus Bombenmaterial, das vor mehr als vierzig Jahren von ihren amerikanischen Landsleuten über Laos abgeworfen wurde, wird eingeschmolzen und danach zu Löffeln geformt. Diese werden dann auf dem lokalen Markt verkauft.

Aus den Erlebnissen ihrer Reise entstand die Idee, aus den Metallresten der Bomben Schmuck zu kreieren und damit in den USA und weltweit vom Schicksal der Laoten zu erzählen.

Für die Herstellung der Schmuckstücke arbeitet Article 22 heute mit zwölf Handwerksfamilien aus dem Dorf Bon Napha in der Region Xieng Khuang zusammen. Die Männer und Frauen erhalten dadurch einen Arbeitsplatz unter sicheren Arbeitsbedingungen und verdienen einen fairen Lohn, den sie für ihren Lebensunterhalt, für die Schuluniformen und Bücher ihrer Kinder und auch für größere Investitionen wie die Anschaffung von Rindern verwenden.

Jedes Jahr verbringt das Team von Article 22 bis zu drei Monate in Laos, um zusammen mit den Kunsthandwerker/-innen neue Formen zu kreieren und die Techniken zu verfeinern. Bei komplexeren Designs werden zudem lokale Silberschmiede in die Arbeit einbezogen.

Jedes verkaufte Schmuckstück sichert nicht nur das Einkommen der einheimischen Familien. Pro Verkauf wird auch eine Spende für die Minenräumung in ca. 3 Quadratmetern Land getätigt. Zusätzlich werden 10% des Gewinns pro Schmuckstück dem Entwicklungsfonds der Schweizer Nichtregierungsorganisation Helvetas gespendet.

Zur Situation der Menschen in Laos

Laos ist weltweit das am schwersten bombardierte Land, wenn man die Anzahl der abgeworfenen Bomben auf die Einwohnerzahl bezieht. Das Gebiet um Xieng Khuang ist eine der am stärksten betroffenen Regionen. Während des Vietnamkrieges blieb Laos zwar offiziell neutral, dennoch warf die US-Armee zwischen 1964 und 1973 im Kampf gegen die Ausbreitung des Kommunismus in Indochina insgesamt 250 bis 260 Millionen Bomben auf Laos. Das entspricht einem mit Streubomben gefüllten B-52 Bomber alle 8 Minuten, 24 Stunden am Tag, 9 Jahre lang.

Schätzungen gehen von 80 Millionen Blindgängern aus, die nach dem Vietnamkrieg rund ein Viertel der laotischen Dörfer kontaminieren und noch heute eine Gefahr für die Menschen darstellen. Bei der derzeitigen Geschwindigkeit der Bombenentschärfungen und -beseitigungen dürfte es noch rund 800 Jahre dauern, bis Laos vollständig von den Bomben befreit ist.

Das Sammeln von Altmetallen ist eine der häufigsten Ursachen für Unfälle mit Blindgängern, die nach dem Abwurf der Bomben nicht oder nicht vollständig explodiert sind. Aufgrund ihrer Armut riskieren die Menschen bei der Suche nach Metallabfällen mithilfe von primitiven Metalldetektoren ihr Leben. Auch die Kinder sind beim Spielen in kontaminierten Gegenden gefährdet. Die überall verstreuten Blindgänger sind einer der Gründe für die weit verbreitete Armut in Laos, weil durch sie weite Teile des Landes nicht für die Landwirtschaft genutzt werden können.

Die Kunsthandwerker/-innen von Article 22 werden in Kooperation mit Initiativen wie der Cluster Munitions Coalition und Mines Advisory Group, die sich im Bereich der Minenräumung im Land engagieren, über die Gefahren und den Umgang mit Blindgängern aufgeklärt. Ferner werden sie angeregt, ihr Wissen an andere weiterzugeben.

In Laos leben rund 6,6 Millionen Menschen, von denen heute noch knapp ein Drittel Analphabeten sind. Insbesondere in ländlichen Gegenden ist der Bildungsstand niedrig. Die weit entlegenen Schulen und ihre kostenpflichtigen Besuche sind für viele Familien nicht finanzierbar.

Trotz der in der laotischen Verfassung verankerten gleichberechtigten Stellung von Mann und Frau, ist Laos eine von Männern dominierte Gesellschaft. Der Menschenhandel wird zunehmend zum Problem. So stieg die Zahl der ins Ausland verschleppten Kinder, vornehmlich Mädchen, in den letzten Jahren an. Auch der Drogenhandel ist nach wie vor ein großes Problem, da der Opiumanbau für viele Menschen die einzige Einnahmequelle ist. Internationale Organisationen im Land helfen deshalb insbesondere dabei, alternative Einkommensquellen zu erschließen.

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