• Mann fertig Schmuck aus Altmetall an
  • Altmetall wird geschmelzt
  • Mann bearbeitet Altmetall um Schmuck anzufertigen in Asien
  • Mann bearbeitet Altmetall um Schmuck anzufertigen
  • Altmetall in Asien

Edge of Ember

Die Designerin Lynette Ong aus Singapur gründete 2012 das Schmucklabel Edge of Ember. Nach ihrem Studium in den USA arbeitete sie zunächst in New York im Finanzsektor, bevor sie den Quereinstieg in die Modewelt wagte. Die erste Inspiration zu Edge of Ember erhielt sie während einer Reise nach Bali, als sie zahlreiche Silberschmiede und Kunstwerkstätten in Ubud besuchte, die einzigartige, handgemachte Stücke herstellten.

„Aufgrund des anhaltenden Trends zur Massenproduktion können die Konsumenten/-innen heute entweder maschinengefertigte Produkte aus Fabriken oder handgemachte Produkte zu unerschwinglichen Preisen erwerben“, meint Lynette Ong. Die Idee zu Edge of Ember entwickelte sie aus ihrer Vision, handgemachte und qualitativ hochwertige Accessoires zu erschwinglichen Preisen anzubieten, die unter ethisch einwandfreien Bedingungen hergestellt werden. Ihr Ziel ist es, auf diesem Wege Mode und Ethik miteinander zu vereinen.

Jedes der einzigartigen Schmuckdesigns wird in Zusammenarbeit mit fair trade Organisationen hergestellt. Diese garantieren die Einhaltung der folgenden sozialen Standards: keine Zwangsarbeit, keine Kinderarbeit, sichere und menschenwürdige Arbeitsbedingungen sowie eine faire Entlohnung. So erhalten die Kunsthandwerkerinnen die Möglichkeit, aus dem Teufelskreis der Armut auszubrechen.

In Kambodscha arbeitet Edge of Ember mit den Organisationen Rajana Association und Craftswork Cambodia in der Hauptstadt Phnom Penh zusammen. Hier werden Gewehrpatronen aus Messing gesäubert, eingeschmolzen und recycelt, um daraus Schmuckstücke herzustellen. Damit wird nicht nur eine nachhaltige Wiederverwertung des ausrangierten Metalls erreicht, sondern die Schmuckstücke erinnern auch an die traurige Geschichte Kambodschas während des Vietnamkriegs.

In Nepal besteht eine Kooperation mit der Organisation Mahaguthi in Katmandu, die für die Herstellung des Schmucks zehn Kunsthandwerkerinnen in zwei unterschiedlichen Werkstätten beschäftigt. Die Organisation hat es sich zum Ziel gesetzt, insbesondere Kinderarbeit zu bekämpfen. Sie fördert frauenfreundliche Arbeitsbedingungen, indem sie den Nepalesinnen die Möglichkeit gibt, von zuhause aus zu arbeiten und im Falle großer Bestellungen eine Gehaltsvorauszahlung zu erhalten.

Neben der Schaffung von ethisch einwandfreien Arbeitsplätzen geht Edge of Ember noch einen Schritt weiter. Bei jedem Verkauf der Produkte werden 10% des Verkaufserlöses an lokale Wohltätigkeitseinrichtungen gespendet, die sich für die Rettung und Unterstützung von Opfern sexueller Ausbeutung und Gewalt in den südasiatischen Ländern einsetzen.

Derzeit wird die Einrichtung AFESIP Cambodia – Acting for Women in Distressing Situations – unterstützt, die bereits 1996 in Phnom Penh von Somaly Mam gegründet wurde. AFESIP Cambodia bietet jungen Frauen und Mädchen Schutz, die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution wurden. Durch medizinische sowie psychologische Betreuung, Ausbildungsmöglichkeiten und eine anschließende finanzielle Unterstützung hilft sie den Frauen beim Wiedereinstieg ins Leben.

Zur Situation der Menschen in Südasien

Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge sind rund 20,9 Millionen Menschen weltweit Opfer von Zwangsarbeit, etwa 4,5 Millionen Menschen werden sexuell ausgebeutet und zur Zwangsprostitution genötigt. Rund 56% aller Opfer des Menschenhandels leben in asiatischen Ländern.

Nepal gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Hier leben rund 30 Millionen Menschen, von denen die Hälfte weniger als 1,25 US-Dollar am Tag verdient und somit unterhalb der extremen Armutsgrenze leben muss. Die Bevölkerung lebt vorwiegend von kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Sexuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder ist ein großes gesellschaftliches Problem in Nepal. Politisch ist das Land noch immer von den Folgen des zwischen 1996 und 2006 andauernden Konfliktes zwischen maoistischen Rebellen und der nepalesischen Regierung geprägt.

Kambodscha zählt zu den ärmsten Staaten in Südostasien. Das Land und seine Bevölkerung sind noch heute von dem grausamen Völkermord während des Roten Khmer-Regimes unter Pol Pot in den 1970er Jahren gezeichnet. Ein Drittel der 14 Millionen Einwohner lebt unterhalb der Armutsgrenze.

Frauen haben noch immer eine niedrigere Stellung in Gesellschaft und Politik als Männer. Frauen, aber auch Männer und Kinder, werden oftmals Opfer sexueller Ausbeutung und Zwangsarbeit in Fabriken und privaten Haushalten. Viele Frauen werden in benachbarte Länder verkauft. Die Aussichten auf Bildung und einen Arbeitsplatz sind insbesondere für Kambodschanerinnen schlecht. Obwohl die kambodschanische Regierung auf internationalen Druck bereits 2008 das Gesetz gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung einstimmig verabschiedet hat, nehmen diese gravierenden gesellschaftlichen Probleme nicht ab, weil Teile der Polizei und der Behörden in das Netzwerk der Menschenhändler/-innen involviert sind.

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