Good Paper

Das Label Good Paper wurde 2008 von dem US-Amerikaner Jimmy Quach gegründet. Nach seiner Arbeit für ein amerikanisches Softwareunternehmen und einen Onlinedienstleister wollte er ein eigenes Unternehmen schaffen, das Wirtschaftlichkeit mit sozialem Engagement verbindet und das unterprivilegierten Menschen hilft, ein geregeltes und faires Einkommen zu erzielen. Die Geschäftsidee war einfach und pragmatisch: originelle Grußkarten, die jeder brauchen kann – Good Paper war geboren.

Die fröhlichen Motive der Grußkarten werden von Grafikdesignern in San Francisco, dem Firmensitz des Labels, entworfen. So ist gewährleistet, dass sie den aktuellen Trends in der westlichen Welt entsprechen.

Zur Herstellung der Karten arbeitet Good Paper inzwischen mit über 70 Kunsthandwerkerinnen an vier unterschiedlichen Standorten auf den Philippinen zusammen. Alle Karten werden von Hand hergestellt und tragen daher die Handschrift der Frauen. Das dafür verwendete Papier wird in Calauan, Provinz Laguna, aus recyceltem Altpapier gewonnen. In der Metropolregion um die philippinische Hauptstadt Manila entstand 2008 die erste Produktionsstätte für die Grußkarten. Später wurden weitere Produktionsstätten auf der Insel Cebu und in der Provinz Pampanga gegründet.

Von Anfang an arbeitete Good Paper mit einer lokalen gemeinnützigen Organisation sowie mit der Organisation „International Justice Mission“ zusammen, die sich um Überlebende von Zwangsprostitution und Menschenhandel kümmern. Die Frauen, die als Folge von Armut und mangelnder Bildung zum Opfer wurden, bekommen bei Good Paper die Chance, einen Einstieg in ein „Leben danach“ zu finden und einer würdevollen Arbeit nachzugehen. Die Philippinerinnen erhalten für ihre Arbeit eine faire Entlohnung und schaffen es damit, aus dem Teufelskreis der Armut zu entkommen. Darüber hinaus können die Kunsthandwerkerinnen von medizinischen Angeboten profitieren und an Fortbildungsseminaren und weiteren Schulungen teilnehmen.

Good Paper ist ein Mitglied der amerikanischen Fair Trade Federation. Die anerkannten Fairtrade-Kriterien wie die Zahlung überdurchschnittlicher Löhne, die Sicherstellung einer umweltschonenden Herstellung der Grußkarten, sichere und gesundheitsunbedenkliche Arbeitsbedingungen sowie die Vermeidung von Kinderarbeit werden strikt befolgt.

Zur Situation der Menschen auf den Philippinen

Auf den 7.107 Inseln, die im westlichen Pazifischen Ozean zu den Philippinen zählen, leben ca. 100 Millionen Einwohner. Die Amtssprache Filipino wird von 80% der Bevölkerung gesprochen. Die zweite Amtssprache Englisch beherrschen mehr als die Hälfte der Einwohner. Die Analphabetenrate ist mit unter 5% für Südostasien vergleichsweise niedrig.

Die philippinische Wirtschaft weist die für viele Entwicklungsländer typische Zweiteilung auf: Eine moderne Elektronikindustrie und ein boomender Dienstleistungssektor sorgen auf der einen Seite für eine einkommensstarke, aufstrebende Mittelschicht. Auf der anderen Seite gibt es nach wie vor eine weit verbreitete Armut in den ländlichen Gebieten. Trotz eines zeitweilig starken Wirtschaftswachstums klafft die Schere zwischen den armen und reichen Gesellschaftsschichten immer weiter auseinander.

Schätzungen zufolge sind mindestens 60.000 Philippiner/-innen vom Menschenhandel in Südostasien betroffen. Dazu zählt sowohl der Handel mit billigen Arbeitskräften, die unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen, als auch der Menschenhandel im Bereich der Sex-Industrie. Menschen gelten dabei als Waren, die verkauft und benutzt werden. Insbesondere junge, oft noch minderjährige Mädchen aus armen Familien in ländlichen Gebieten werden von den Menschenhändlern mit dem Versprechen auf einen guten Job rekrutiert. Die Armut macht die Mädchen zu einer leichten Beute.

Zwar hat der philippinische Staat im letzten Jahrzehnt die rechtlichen Grundlagen für eine Verurteilung von Menschenhändlern geschaffen. Es wurde auch eine spezielle Polizeieinheit aus Frauen ausgebildet, um Menschenhändler aufzuspüren, zu verhaften und die Opfer zu retten. Dennoch ist die Zahl der Opfer noch immer erschreckend hoch, während die Zahl der verurteilten Menschenhändler immer noch sehr gering ist.

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