• Garn wird gesponnen Laos
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  • Frau webt Stoff Laos
  • fairtrade Stoff gewebt in Laos
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JADEtribe

Die amerikanische Designerin Kimberly Hartmann gründetet 2009 das Modelabel JADEtribe. Nach einer jahrelangen Karriere in der Modebranche nahm sie eine Auszeit und bereiste die asiatischen Länder Indien, Vietnam, Laos, Kambodscha und Thailand. Auf dieser Reise lernte sie in dem kleinen laotischen Dorf Ban Na Yan in der Nähe von Luang Prabang einheimische Frauen kennen, die auf traditionelle Art und Weise wunderschöne Stoffe webten.

Die Handfertigkeit der Frauen brachte Kimberly auf die Idee, ein eigenes „Slow Fashion Brand“ zu gründen, das sowohl für die unterprivilegierten Kunsthandwerkerinnen in Laos als auch für Kimberlys Kundinnen, die schöne Dinge lieben, von Vorteil ist. „Aus erster Hand lernte ich damals, dass insbesondere die Stärkung von Frauen und ihrer finanziellen Möglichkeiten dazu beiträgt, ihnen und ihren Familien zu besseren Lebensbedingungen zu verhelfen und dass in der Folge die Chancen auf Bildung für ihre Kinder steigen“, meint die Gründerin.

Kimberly Hartmann entschloss sich nach ihrer Reise, eine Kollektion von einzigartigen, handgemachten Produkten zu entwerfen, die von Kunsthandwerker/-innen in Südostasien hergestellt werden. Sie engagierte nahezu alle Einwohnerinnen des kleinen Dorfes Ban Na Yan und arbeitet seither mit den Laotinnen zusammen, die sie auf ihrer Reise kennenlernte.

Die Baumwolle für die Textilien wird in dem laotischen Dorf angebaut und das Garn anschließend vor Ort gesponnen. Die Farbstoffe zum Färben der Stoffe werden umweltschonend aus einheimischen Pflanzen gewonnen. Anschließend weben die Frauen daraus die wunderschönen Stoffe mit traditionellen Techniken. Die Kunsthandwerkerinnen werden für die Herstellung der Stoffe fair entlohnt. Die neu geschaffenen Arbeitsmöglichkeiten dienen auch dazu, die traditionellen Handwerkstechniken zu fördern und zu erhalten.

Die Weiterverarbeitung der Textilien zu Taschen erfolgt anschließend in Thailand. Auch hier arbeitet Kimberly mit Kunsthandwerkerinnen aus kleinen Dörfern zusammen, die durch eine faire Entlohnung ihrer Näharbeiten gestärkt werden.

Zur Situation der Menschen in Laos

In Laos leben rund 6,6 Millionen Menschen, knapp ein Drittel davon sind Analphabeten. Insbesondere in ländlichen Gegenden ist der Bildungsstand niedrig. Der Besuch der weit entlegenen kostenpflichtigen Schulen ist für viele Familien nicht finanzierbar.

Laos ist weltweit das am schwersten bombardierte Land, wenn man die Anzahl der abgeworfenen Bomben auf die Einwohnerzahl bezieht. Während des Vietnamkrieges blieb Laos zwar offiziell neutral, dennoch warf die US-Armee im Kampf gegen die Ausbreitung des Kommunismus in Indochina zwischen 1964 und 1973 insgesamt 250 bis 260 Millionen Bomben auf Laos.

Schätzungen gehen von 80 Millionen Blindgängern aus, die nach dem Vietnamkrieg rund ein Viertel der laotischen Dörfer kontaminieren und noch heute eine Gefahr für die Menschen darstellen. Das Sammeln von Altmetallen ist eine der häufigsten Ursachen für Unfälle mit Blindgängern, die nach dem Abwurf der Bomben nicht oder nicht vollständig explodiert sind. Aufgrund ihrer Armut riskieren die Menschen bei der Suche nach Metallabfällen mithilfe von primitiven Metalldetektoren ihr Leben. Auch die Kinder sind beim Spielen in kontaminierten Gegenden gefährdet. Die überall verstreuten Blindgänger sind einer der Gründe für die weit verbreitete Armut in Laos, weil durch sie weite Teile des Landes nicht für die Landwirtschaft genutzt werden können.

Trotz der in der laotischen Verfassung verankerten gleichberechtigten Stellung von Mann und Frau, ist Laos eine von Männern dominierte Gesellschaft. Der Menschenhandel wird zunehmend zum Problem. So stieg die Zahl der ins Ausland verschleppten Kinder, vornehmlich Mädchen, in den letzten Jahren an. Auch der Drogenhandel ist nach wie vor ein großes Problem, da der Opiumanbau für viele Menschen die einzige Einnahmequelle darstellt. Internationale Organisationen im Land helfen deshalb insbesondere dabei, alternative Einkommensquellen zu erschließen.

Zur Situation der Menschen in Thailand

Im Königreich Thailand leben heute knapp 70 Millionen Menschen. Nur ein Fünftel der Bevölkerung wohnt in Städten, der Rest lebt auf dem Land. Allerdings ziehen Jahr für Jahr immer mehr Menschen aus den ländlichen Regionen in die Städte, in der Hoffnung, dort Arbeit zu finden. Die Zahl der Analphabeten ist mit rund 7 % vergleichsweise gering.

Seit einigen Jahren kommt es vor allem in Thailands Hauptstadt Bangkok immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den sogenannten Rothemden und den Gelbhemden. Zu den Rothemden gehören vor allem Kleinbauern sowie Inhaber von kleinen Geschäften und Unternehmen, die Anfang des 21. Jahrhunderts von der Politik unter Thaksin Shinawatra profitiert haben.

Die Anhänger der Gelbhemden stammen überwiegend aus der gehobenen Mittelschicht und den Wirtschaftseliten. Sie verstehen sich als Oppositionsbewegung gegen Thaksin Shinawatra und seine Politik und wollen das Land reformieren.

Nach schweren Kämpfen zwischen beiden Gruppen hat zurzeit die thailändische Armee die Macht im Land ergriffen.

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