mekhada

mekhada wurde 1998 von der Deutschen Irmtraud Schmidt nach einer Keniareise gegründet. Während ihres ehrenamtlichen Engagements für eine private Hilfsorganisation begeisterte sie sich für die Idee, durch den Import von Kunsthandwerk zur Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen und somit zur Sicherung des Lebensunterhalts von Menschen in Entwicklungsländern beizutragen. Ihr Label mekhada entwirft dafür eigene Modelle und macht Vorgaben für die Farben und Formen der Schmuckstücke, damit diese der aktuellen Mode entsprechen.

Von Anfang an arbeitet mekhada mit der kenianischen Organisation Kazuri zusammen. Kazuri wurde 1975 von der Engländerin Susan Wood am Fuße der Ngong-Berge, südwestlich von Nairobi, gegründet. Als Tochter eines Missionars-Ehepaars wurde sie in einer Lehmhütte in einem afrikanischen Dorf geboren, ging zum Studium nach England und kehrte anschließend mit ihrem Ehemann, dem Gründer von AMREF (Die fliegenden Ärzte), zurück nach Kenia.

Susan Wood begann mit der Herstellung von Keramikperlen mit nur zwei Kenianerinnen in einer kleinen Hütte in ihrem Garten. Bald erkannte sie den großen Bedarf an weiteren Arbeitsstellen für hilfsbedürftige Frauen und begann mit „Kazuri Beads“ eine afrikanische Erfolgsgeschichte. 1990 waren bereits 120 Frauen und einige Männer in der Keramikmanufaktur beschäftigt. Heute bietet Kazuri fast 400 sichere Arbeitsplätze in Kenia und ist Mitglied der World Fair Trade Organisation.

Die Kenianerinnen sind bei Kazuri angestellt und erhalten für ihre geleistete Arbeit eine faire Entlohnung. Sie genießen eine sorgfältige Ausbildung für die Herstellung des Keramikschmucks. Jede Perle wird einzeln von Hand aus Ton geformt, ihre Oberfläche geglättet und gebrannt. Der Rohling wird anschließend glasiert und bemalt, bevor er erneut in den Brennofen geschoben wird. Durch die reine Handarbeit gleicht keine Perle der anderen.

Zum Angebot des Labels mekhada gehören heute auch Schmuckstücke aus Kolumbien. Die farbenfrohen Ohrringe werden aus Tagua, den Samen der Steinnusspalmen, die in den Regenwaldgebieten Südamerikas wachsen, hergestellt. Die Samen werden nach mehreren Monaten steinhart und sind in ihrer Struktur dem Elfenbein sehr ähnlich, weshalb sie sich sehr gut für die Herstellung von Schmuck eignen.

Die ca. 60 Kunsthandwerker/innen stammen aus ganz Kolumbien und haben unterschiedliche ethnische Wurzeln. Sie erhalten vor Ort eine feste Anstellung, eine faire Entlohnung, geregelte Arbeitszeiten und Urlaubstage sowie den Zugang zu einer Kranken- und Rentenversicherung – Sozialstandards, die in Kolumbien nicht selbstverständlich sind.

Zur Situation der Menschen in Kenia

In Kenia leben rund 44 Millionen Menschen, von denen ein Fünftel mit weniger als 1,25 US-Dollar am Tag auskommen muss. Rund 75% der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Der Norden des Landes war 2006 und 2011 von einer extremen Dürre betroffen, während 2006 in der Region um Nairobi Rekordniederschläge zu großflächigen Überschwemmungen führten. Diese klimatischen Extreme führten zu einem starken Rückgang der Nahrungsmittelproduktion im Land. Heute ist ein großer Prozentsatz der Bevölkerung auf Nahrungsmittelhilfe aus dem Ausland angewiesen.

Jeder Arbeitsplatz zählt – vor allem für Frauen in Kenia. In der Großstadt Nairobi gibt es besonders viele Frauen, die ganz auf sich allein gestellt ihre Kinder versorgen und u. a. das Geld für deren Schulbesuche aufbringen müssen. Die Armut ist ein Teufelskreis. Arbeitslose Männer verlassen häufig aus Verzweiflung und Scham ihre Familien und suchen als Wanderarbeiter ihr Glück. Oft kehren sie danach nie wieder zu ihren Familien zurück.

Zur Situation der Menschen in Kolumbien

Kolumbien grenzt an die Staaten Panama, Venezuela, Brasilien, Peru und Ecuador. Das Land verfügt über Erdöl- und Kohlevorkommen und ist u. a. einer der größten Schnittblumenproduzenten der Welt.

Kolumbien hat eine Bevölkerung von rund 48 Millionen Einwohnern. Während 2003 noch knapp die Hälfte von ernsthafter Armut betroffen war, konnte dieser Anteil bis 2012 auf rund 27% gesenkt werden. Dennoch ist Kolumbien noch immer ein Land mit sehr großen sozialen Unterschieden. Landbesitz und Reichtum sind sehr ungleich verteilt.

Ein gravierendes Problem des Landes ist auch der Anbau von Drogen, welcher für viele Bauern eine finanziell attraktive Alternative darstellt. Laut Brot für die Welt stammen 70% der weltweiten Kokain-Produktion aus Kolumbien.

Innenpolitisch leidet das Land schon seit vielen Jahren unter den bewaffneten Kämpfen zwischen linksgerichteten Guerillatruppen, rechtsgerichteten Pararmilitärs und der kolumbianischen Armee. Alle Seiten sind für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich.

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