• Filz wird gefärbt
  • Filzwolle wird nach dem Färben getrocknet in Nepal
  • Frau in Nepal färbt Filzwolle
  • Filz wird getrocknet in Nepal fairtrade
  • bunte Filstoffe lagern im Regal Nepal

Mulxiply

Um das Thema Menschenhandel in Entwicklungsländern zu untersuchen, reiste die Amerikanerin Tanja Cesh 2010 vier Monate lang durch Südasien. Nach der Rückkehr ihrer Reise entstand die Idee, Arbeitsplätze für Frauen in Nepal zu schaffen, um deren Unabhängigkeit zu stärken. Zudem soll dadurch das Risiko der Frauen verringert werden, Opfer von Menschenrechtsverletzungen und Menschenhandel zu werden. Zu diesem Zweck gründeten Tanja Cesh und Annalisa Oswald 2010 das Label Mulxiply für die Schaffung hochwertiger Produkte aus Filz in einem modernen Design.

Der Name Mulxiply leitet sich aus dem Gedanken des „Multiply Effect“ ab: Wenn wir geben, ist die Chance groß, dass wir damit das Leben eines anderen Menschen vielleicht ein kleines bisschen besser machen können. Mit dem Kauf eines Mulxiply Produktes werden Frauen in Nepal unterstützt, indem Möglichkeiten für sie geschaffen werden, die sie anderenfalls nicht hätten. Und wir können uns an einem schönen und besonderen Produkt erfreuen. Multiplizieren wir diesen Effekt: Jeder gewinnt, wenn jeder gibt!

Die Technik des Filzens stammt aus Asien und hat dort eine lange Tradition. Vor allem in Nepal ist die Filzherstellung ein jahrhundertealtes Handwerk. Durch die Kombination mit Lederdetails entstehen für Mulxiply moderne, minimalistische Accessoires von hoher Qualität.

Für die Herstellung ihrer Produkte arbeitet Mulxiply mit der Frauenorganisation Associated Craft of Nepal (ACP) zusammen. ACP ist Mitglied der World Fair Trade Organization und Gründungsmitglied der Fair Trade Group Nepal. Heute beschäftigt die Organisation mehr als 1.200 Menschen in 15 verschiedenen Distrikten Nepals. Der Frauenanteil liegt bei rund 90%. Die meisten Frauen sind alleinerziehend, ohne Schulabschluss und ohne Berufsausbildung. Durch ihre Arbeit erhalten sie erstmals Entwicklungs- und Verdienstmöglichkeiten.

ACP unterstützt die Frauen bei der Rohstoffbeschaffung, der Produktentwicklung, der Qualitätskontrolle und Vermarktung ihrer Produkte. Bei der Produktion wird auf einen nachhaltigen und umweltschonenden Umgang mit Trinkwasser geachtet. Neben einem fairen Verdienst erhalten die Handwerkerinnen eine Altersvorsorge, Mutterschaftsurlaub und medizinische Betreuung. Auch der Schulbesuch ihrer Kinder wird unterstützt.

acp-1

Zur Situation der Menschen in Nepal

Nepal gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Hier leben rund 30 Millionen Menschen, von denen die Hälfte weniger als 1,25 US-Dollar am Tag verdient und somit unterhalb der extremen Armutsgrenze leben muss.

Die Bevölkerung lebt vorwiegend von kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Die Arbeitslosenquote liegt bei rund 50%. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind Analphabeten. Unter den Nepalesinnen beträgt der Anteil sogar 70%. Sexuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder ist ein großes gesellschaftliches Problem in Nepal. Politisch ist das Land noch immer von den Folgen des zwischen 1996 und 2006 andauernden Konfliktes zwischen maoistischen Rebellen und der nepalesischen Regierung geprägt.

Produkte von Mulxiply