Soko

-format=1500w

Das Label Soko wurde 2012 von einem dreiköpfigen Team, der Kenianerin Catherine Mahugu und den beiden Amerikanerinnen Ella Peinovich und Gwendolyn Floyd, gegründet. Ihr Ziel ist es, einzelnen unbekannten Kunsthandwerker/innen in Kenia eine Möglichkeit zu geben, ihre schönen Produkte auch international zu verkaufen – selbst wenn die Kunsthandwerker/innen weder ein Smartphone mit Internetzugang noch ein Bankkonto oder eine verlässliche Stromzufuhr zur Verfügung haben.

In Afrika verfügen zwei Drittel der Bevölkerung über einen Zugang zur mobilen Kommunikation. Auch in ländlichen Gegenden sind Handys weit verbreitet. Einige Finanzdienstleister ermöglichen sogar den Transfer von Geld via SMS. Und genau hier knüpft die technische Lösung von Soko an:

Die Gründerinnen des Labels entwickelten eine Technologie für konventionelle Handys, mit der das normale Textfeld für SMS-Nachrichten zum Arbeitsgerät wird. Die einzelnen Kunsthandwerker/innen in Kenia können darüber zunächst ein Verkäuferprofil erstellen. In einem weiteren Schritt können sie das Handy nutzen, um Bilder von sich selbst, ihrer Arbeit und ihren Produkten zu senden. Diese Informationen werden dann mithilfe der neuen Software weiterverarbeitet und online präsentiert. Die von Soko entwickelte Technologie verbindet so die moderne Form des Online-Shoppings auf Kundenseite mit der einfachsten Online-Technik auf der Produzentenseite.

Die stylischen Ketten im amodini-Programm werden in Kenia aus recyceltem Kupfer bzw. aus dem Horn von Rindern von Hand hergestellt. Die Kunsthandwerker/innen leben in Kibera, einem der größten afrikanischen Slums, im Südwesten der Hauptstadt Nairobi. Es handelt sich um ehemalige Straßenkinder, die zur Betäubung ihres Hungergefühls und zum Erleben eines Rausches von Klebstoff-Schnüffeln abhängig waren. Mit der Herstellung von Schmuck erhalten sie die Möglichkeit, aus der Armutsspirale zu entkommen und sich ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Bei der Zusammenarbeit mit den Kunsthandwerkern/innen in Kenia befolgt das Label Soko die Prinzipien des Fairen Handels und achtet u. a. auf sichere Arbeitsbedingungen und eine faire Entlohnung.

Zur Situation der Menschen in Kenia

In Kenia leben rund 44 Millionen Menschen, von denen ein Fünftel mit weniger als 1,25 US-Dollar am Tag auskommen muss. Rund 75% der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Diese hat jedoch mit zunehmenden klimatischen Extremen zu kämpfen. Zwischen 2006 und 2011 zum Beispiel war der Norden des Landes von einer extremen Dürre betroffen, während 2006 in der Region um Nairobi Rekordniederschläge zu großflächigen Überschwemmungen führten. Dies alles hatte einen starken Rückgang der Nahrungsmittelproduktion in Kenia zur Folge. Heute ist ein großer Prozentsatz der Bevölkerung auf Nahrungsmittelhilfe aus dem Ausland angewiesen.

Während die Infrastruktur bei der Festnetzanbindung in vielen Teilen Afrikas nach wie vor dünn ist, ist der Mobilfunk inzwischen zu einem Motor für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt geworden. Nach den Schätzungen der Internationalen Fernmeldeunion gibt es seit 2014 sieben Milliarden Handys auf der Welt. Während der Bedarf mit dem zweiten oder dritten Mobiltelefon pro Kopf in den Industriestaaten weitestgehend gesättigt ist, sind die Entwicklungsländer die Märkte der Zukunft und die Kunden ihre arme Bevölkerung. Mittlerweile kommen in ganz Afrika auf 100 Menschen schon 63 mit Handy.

Vor allem in abgelegenen ländlichen Regionen werden Mobiltelefone zunehmend zu bedeutenden Schnittstellen, um den Menschen einen Zugang zu Informationen, Gesundheitsvorsorge, Finanzdienstleistungen oder schlicht zur gesellschaftlichen Partizipation zu ermöglichen.

Besonderes Potenzial birgt das Handy außerdem im Bereich des „Mobile Banking“. Der Zugang zu Finanzdienstleistungen ist nachweislich ein wesentliches Instrument zur Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern. Viele Menschen besitzen jedoch kein eigenes Bankkonto. Deshalb werden zunehmend „Mobile Money“-Projekte ins Leben gerufen. Allein in Kenia nutzen bereits 16 Millionen Menschen ein solches Projekt, um mittels Handy Geld zu überweisen und kleine Kredite aufnehmen zu können.

Videos von Soko

Produkte von Soko