Tara Project

Die gemeinnützige Organisation Tara Projects wurde bereits 1973 von dem indischen Universitätsprofessor Shyam S. Sharma zusammen mit seiner Familie, Studenten und Sozialarbeitern gegründet. Tara Projects zählt damit zu den ältesten Fair Trade Initiativen Indiens. Ihr Ziel ist es insbesondere, die Diskriminierung der gesellschaftlich geächteten „Unberührbaren“ zu beenden und ihnen die Chance auf ein menschenwürdiges Leben zu geben.

Tara Projects hat ihren Sitz in Neu Delhi und unterstützt Handwerksbetriebe und Kleinproduzenten in einem Umkreis von rund 200 km bei der Vermarktung ihrer handgemachten Produkte. So kann den oft als Kooperativen oder Selbsthilfegruppen organisierten Betrieben geholfen werden, sich gegen unfaire Strategien regionaler Zwischenhändler zur Wehr zu setzen. Von Anfang an berücksichtigte Tara Projects die Prinzipien des Fairen Handels und achtete auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Heute arbeitet Tara Projects mit rund 30 Produzentengruppen zusammen und unterstützt auf diese Weise schätzungsweise 1.000 Kunsthandwerker/-innen.

Darüber hinaus engagiert sich die gemeinnützige Organisation für grundsätzliche soziale Reformen in Indien. Dazu zählen die Förderung von Frauen sowie die Öffentlichkeitarbeit zur Bekämpfung des indischen Kastensystems, der Ausbeutung von Kindern und der Kinderarbeit. Trotz eines generellen Kinderarbeitsverbots in Indien ist Kinderarbeit noch immer in allen Teilen des Landes weit verbreitet.

Die Bilderrahmen werden in dem Dorf Sarai Tarin nahe Sambhal, rund 160 km östlich von Neu Delhi, hergestellt. Das Dorf ist für seine Kunsthandwerksarbeiten aus Büffelhorn, Naturharz und Perlmutt bekannt. Tara Projects kooperiert hier mit einer kleinen Gruppe von Produzenten und unterstützt sie hinsichtlich des Designs und der Qualität der Bilderrahmen. Die Kunsthandwerker/innen erhalten für ihre geleistete Arbeit eine faire und überdurchschnittliche Entlohnung. Zudem können sie mithilfe von Tara Projects von einer Krankenversicherung profitieren. Bei Bedarf erhalten sie eine Vorfinanzierung der Produktion und zinslose Kredite.

Tara Projects ist Mitglied des Fair Trade Forums in Indien. Die Organisation handelt nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“. Neben der Unterstützung zahlreicher Handwerksbetriebe werden durch die von Tara Projects generierten Umsätze weitere soziale Projekte zur Entwicklung der Gemeinschaften finanziert, z. B. Gesundheitsprogramme, Ausbildungszentren, Schulen und Alphabetisierungsprogramme.

Zur Situation der Menschen in Indien

Indien ist nach China das bevölkerungsreichste Land der Erde. Hier leben rund 1,2 Milliarden Menschen, von denen fast die Hälfte mit weniger als 1 US-Dollar am Tag auskommen muss. Das Land wird zwar als Schwellenland eingestuft, international wird es jedoch als eine der kommenden globalen Wirtschaftsmächte gehandelt. Indien ist geprägt von gewaltigen sozialen und kulturellen Gegensätzen. Dort prallen hohe technische Standards und eine boomende IT-Branche auf größte Armut, Jahrhunderte alte Traditionen und starre Gesellschaftsstrukturen.

Von der Armut sind insbesondere die Kastenlosen betroffen, die sogenannten „Unberührbaren“. Sie werden von der Gesellschaft auch heute noch, besonders in ländlichen Gegenden, ausgeschlossen. Speziell die Kinder dieser Familien gehören zu den verletzlichsten Gruppen der indischen Bevölkerung. Sie müssen in der Regel in der Landwirtschaft mitarbeiten und können keine Schule besuchen. Deshalb haben sie später auch kaum Chancen auf bessere Lebensbedingungen.

Die Diskriminierung der indischen Frauen stellt ein weiteres großes gesellschaftliches Problem dar. Die brutalen Gewaltverbrechen an Frauen werden in der Gesellschaft als nahezu selbstverständlich wahrgenommen, die Täter nur selten bestraft. Anzeigen von Vergewaltigungsfällen bleiben meist unbearbeitet und wenn es doch zu einer Anklage kommt, werden die angeklagten Männer in 75% der Fälle vom Gericht freigesprochen.

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